Studieren mit Behinderung und chronischer Erkrankung

Die Unterstützungsmöglichkeiten umfassen Nachteilsaugleiche bei Studien- und Prüfungsleistungen, praktische Aspekte im Studienalltag und Barrierefreiheit.

Studierende mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen können durch bauliche, kommunikative, organisatorische oder methodisch-didaktische Bedingungen im Studium benachteiligt werden. Dem Gesetz nach hat die Universität dafür zu sorgen, dass Sie als Studierende mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung in Ihrem Studium nicht benachteiligt werden und dass Sie die Angebote der Universität möglichst ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen.

Wenn Sie Fragen zu formalen oder praktischen Aspekten Ihres Studiums an der Universität Stuttgart haben, können Sie jederzeit auf unser Beratungsangebot speziell für Studierende mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung zurückgreifen.

Nachteilsausgleich bei Studien- und Prüfungsleistungen

Nachteile, die Studierende mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen gegenüber nicht beeinträchtigten Studierenden bei der Erbringung von Studien- und Prüfungsleistungen haben, sollen soweit wie möglich ausgeglichen werden. Daher haben Sie, wenn Sie die Kriterien erfüllen, ein Recht auf einen Nachteilsausgleich.

Bitte beachten Sie: Die fachlichen Anforderungen der Studien- oder Prüfungsleistung dürfen durch nachteilsausgleichende Maßnahmen nicht verändert werden. Deshalb müssen die Maßnahmen individuell im Vorfeld der jeweiligen Studien- und Prüfungsleistung festgelegt werden. Es geht also nicht um ein „Studium light“, sondern darum, dass Sie gleichberechtigte Chancen haben, Ihre Studienleistungen erfolgreich zu erbringen.

Wer kann Nachteilsausgleiche erhalten?

Nur wer eine Behinderung oder chronische Erkrankung und daraus entstehende Nachteile nachweist, kann Nachteilsausgleiche erhalten. Die gesetzlichen Definitionen zu Behinderung und chronischen Krankheiten, auf die sich deutsche Universitäten in diesem Zusammenhang beziehen, finden Sie auf der Webseite des Deutschen Studentenwerks.

Welche Nachteilsausgleiche gibt es und wie können Sie sie beantragen?

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Einen Antrag auf Nachteilsausleich bei Prüfungen stellen Sie formlos bei der oder dem Prüfungsausschussvorsitzenden Ihres Studiengangs.

Der Antrag sollte folgende Punkte enthalten:

  • Welche Anpassungen beantragen Sie für Prüfungen?
  • Aus welchen Gründen sind die erbetenen Anpassungen für Sie notwendig?
  • Ein ärztliches Attest, das die Auswirkungen Ihrer Behinderung oder chronischen Erkrankung auf das Studium bzw. das Ablegen von Prüfungen darlegt. Es ist hilfreich, wenn aus dem Attest auch Vorschläge für die Form der Nachteilsausgleiche ersichtlich werden.

Studierende mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung haben die Möglichkeit, Anträge auf Fristverlängerung für Prüfungen und zur Verlängerung der Höchststudiendauer zu stellen. Die Regelungen dazu stehen in der Prüfungsordnung Ihres Studiengangs unter dem Punkt „Prüfungsfristen“.

Stellen Sie einen formlosen Antrag an die oder den Prüfungsausschussvorsitzenden Ihres Studiengangs. Dem Antrag müssen Sie ein ärztliches Attest beilegen. Aus dem Attest muss hervorgehen, wie sich Ihre Krankheit oder Behinderung auf Ihr Studium und auf das Ablegen von Prüfungen bzw. inwiefern sie sich studienzeitverlängernd auswirkt.

Nachteilsausgleiche oder Probleme in einzelnen Lehrveranstaltungen (etwa organisatorische Anpassungen) können auch direkt bei den jeweiligen Dozentinnen oder Dozenten besprochen und beantragt werden. Einfache organisatorische Anpassungen können oft in einem persönlichen Gespräch geklärt und vorgenommen werden.

Beratung zu Nachteilsausgleichen

Mit der Beauftragten für Studierende mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen genauso wie mit der Zentralen Studienberatung können Sie im Vorfeld solcher Anträge und Gespräche gerne ein Beratungsgespräch über die Möglichkeiten und Ihre individuellen Bedarfe von Nachteilsausgleichen führen. Die Kontaktdaten finden Sie am Ende dieser Seite.

Barrierefreiheit an der Universität Stuttgart

Der AK Barrierefreier Campus hat eine Bestandsaufnahme der Barrierefreiheit in Gebäuden der Universität Stuttgart erarbeitet. Sie finden zu jedem Gebäude Informationen über Barrieren und über Zugänge und Einrichtungen für mobilitätseingeschränkte Menschen sowie über infrastrukturelle Maßnahmen für Seh- und Hörbehinderte.

Barrierefreiheit in Gebäuden der Universität

Die Universität Stuttgart hat einen großen Bestand an Altbauten, die noch nicht komplett barrierefrei zugänglich sind. Die Universität ist bestrebt, nach und nach Barrierefreiheit in ihren Gebäuden herzustellen. Sollten Sie vor dem Problem stehen, nicht zu Ihrem Ziel, etwa zu Ihrem Hörsaal oder zu einem Büro zu gelangen, dann melden Sie sich bitte umgehend bei der Behindertenbeauftragten oder beim Dezernat Technik und Bauten, sodass kurzfristig Abhilfe geschaffen werden kann.

Falls Lehrveranstaltungen oder Prüfungsräume für Sie nicht zugänglich sind, melden Sie sich bitte frühzeitig bei der Behindertenbeauftragten oder den entsprechenden Lehrpersonen/Prüfern, sodass nach Alternativräumlichkeiten gesucht werden kann.

Unterstützungsmöglichkeiten in Ihrem Studienalltag

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Für Sehbehinderte steht am Standort Stadtmitte ein elektronischer Arbeitsplatz zur wissenschaftlichen Recherche in Datenbanken, im Internet und in gedruckten Medien mit besonderer Ausstattung bereit.

An beiden Standorten der UB, Vaihingen und Stadtmitte, gibt es rollstuhlgerechte Studierendenarbeitsplätze und rollstuhlgerechte Rechercheplätze für die Nutzung der elektronischen Dienstleistungen der UB. Da beide Standorte nicht barrierefrei sind, stehen Ihnen in Vaihingen und Stadtmitte Ansprechpartnerinnen für die Nutzung der UB zur Verfügung. Bitte nehmen Sie frühzeitig mit ihnen Kontakt auf.

Auf den Webseiten der UB finden Sie Informationen zu Hilfestellungen und barrierefreien Arbeitsplätzen.

Studierende können „behinderungsbedingte, ausbildungsgeprägte Mehrbedarfe“ mit Leistungen der Eingliederungshilfe finanzieren, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Über diese Finanzierung können Sie sich genauer auf den Seiten des Deutschen Studentenwerks informieren.

Zum Thema Assistenzen, Hilfsmittel und Finanzierung beraten Sie gerne die Behindertenbeauftragte und das Studierendenwerk Stuttgart.

Unter bestimmten Umständen können schwerbehinderte Studierende von einem Teil des Semesterbeitrags (dem VVS-Anteil) befreit werden. Die Bedingungen finden Sie auf den Seiten des Studiensekretariats zum Thema Beiträge und Gebühren.

Falls Sie zu dem Personenkreis gehören, der eine Befreiung dieses Beitrags-Anteils bekommen kann und Sie den Beitrag für das laufende Semester bereits bezahlt haben, können Sie einen Antrag auf Erstattung des Gebührenanteils  stellen.

Brauchen Sie aufgrund Ihrer Behinderung einen bestimmten Platz im Hörsaal? Dann können Sie über die Behindertenbeauftragte oder die Zentrale Studienberatung Schilder anfertigen lassen, mit denen Sie Ihren Platz für die Vorlesung reservieren. Die Kontaktdaten finden Sie am Ende dieser Seite.

Ruheräume an der Universität Stuttgart

Die Universität Stuttgart richtet derzeit und in den nächsten Jahren Ruheräume für Studierende und Mitarbeitende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen ein.

Die Ruheräume können Sie nutzen, wenn Sie sich tagsüber hinlegen und sich ausruhen müssen oder wenn Sie sich einmal dem Trubel des Studiums entziehen wollen. Neben der Ruheraum-Funktion haben diese Räume in der Regel noch weitere Funktionen, z.B. können sie von Studierenden und Mitarbeitenden mit Kind auch als Still- und Wickelräume genutzt werden. Einen festen Anspruch auf den Raum, eine bestimmte Zeit oder eine Bevorzugung bestimmter Personen gibt es nicht. Sofern Sie sich abgestimmt haben und einverstanden sind, können auch mehrere Personen den Raum zeitgleich nutzen.

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Der „Multifunktionsraum” befindet sich im Haus der Studierenden im 4.OG, Raumnummer 4.006. Dieser Raum ist nutzbar als:

  • Ruheraum für behinderte und chronisch kranke Menschen sowie für Schwangere
  • Eltern-Kind-Zimmer
  • Still- und Wickelraum

Dafür stehen Ihnen eine Liege mit Sichtschutz, ein Schreibtisch mit Telefon sowie für die Familienfunktion ein Wickeltisch, und die KidsBox zur Verfügung.

Der Raum darf von Studierenden und Beschäftigten der Universität Stuttgart genutzt werden. Sie können den Raum einmalig oder mehrmals nutzen – nur für einen kurzen Zeitraum oder gerne auch einen ganzen Tag. Eine Voranmeldung für den Raum gibt es derzeit (noch) nicht.

Wenn Sie den Raum nutzen, erklären Sie sich automatisch mit der im Raum aushängenden Benutzungsordnung einverstanden. Einen Schlüssel erhalten Sie bei diesen Personen / Stellen.

Da der Multifunktionsraum noch neu ist und wir derzeit das Nutzungskonzept noch erproben, freuen wir uns über ein Feedback von Ihnen.

Der Ruheraum in der Stadtmitte befindet sich in der Geschwister-Scholl-Str. 24 C im 1. OG, Raumnummer 1.124. Der Raum ist nutzbar als:

  • Ruheraum für behinderte und chronisch kranke Menschen sowie für Schwangere
  • Still- und Wickelraum

Dafür stehen Ihnen zwei Liegen mit Sichtschutz und zwei Schreibtische zur Verfügung.

Der Raum darf von Studierenden und Beschäftigten der Universität Stuttgart genutzt werden. Sie können den Raum einmalig, mehrmals oder regelmäßig nutzen. Dieser Raum ist nicht für eine ganztägige Nutzung gedacht. Eine Voranmeldung für den Raum gibt es derzeit (noch) nicht.

Wenn Sie den Raum nutzen, erklären Sie sich automatisch mit der im Raum aushängenden Benutzungsordnung einverstanden. Einen Schlüssel erhalten Sie bei diesen Personen / Stellen.

Da der Ruheraum/Still- und Wickelraum noch neu ist und wir derzeit das Nutzungskonzept noch erproben, freuen wir uns über ein Feedback von Ihnen.

Rechtliche Grundlagen

Die entsprechenden Gesetzestexte können Sie auf den folgenden Webseiten nachlesen:

Das Deutsche Studentenwerk bietet außerdem eine hilfreiche Zusammenfassung der gesetzlichen Grundlagen, Richtlinien und Empfehlungen.

Richtlinien für einen Nachteilsausgleich, die vom jeweiligen Studiengang abhängig sind, finden Sie in den Prüfungsordnungen der Studiengänge.

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Dipl.-Ing.agr., M.Sc.

Sigrid Eicken

Beauftragte für Studierende mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen

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Dipl.-Päd.

Jeannette von Wolff

Stellvertretung Behindertenbeauftragte