Intelligente Systeme für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Datum: 19. Juli 2019, Nr. 62

Exzellent auch ohne Titel

Universität Stuttgart setzt Antrag „Intelligente Systeme für eine zukunftsfähige Gesellschaft“ dennoch in Teilen um
[Bild: visuell.de]

In der Endrunde um den Titel Exzellenzuniversität im Rahmen der Exzellenzstrategie zur Stärkung der Spitzenforschung in Deutschland konnte sich die Universität Stuttgart in der finalen Begutachtung nicht durchsetzen. Ihre Vision „Intelligente Systeme für eine zukunftsfähige Gesellschaft“ wird die Universität dennoch weiterverfolgen und viele Ziele und Maßnahmen des Antrags in reduzierterem Umfang aus eigenen Mitteln umsetzen.

Der Rektor der Universität Stuttgart, Prof. Wolfram Ressel, kommentiert das Ergebnis enttäuscht und zuversichtlich zugleich: „Es war uns klar, dass der Wettbewerb sehr hart sein wird und dass wir nicht unbedingt zum Favoritenkreis der bereits als Exzellenzuniversität geförderten Universitäten gehören. Wir wollten die Chance trotzdem nutzen und haben sehr viel Energie, persönlichen Einsatz und Teamgeist in die Vorbereitungen investiert. Auch deshalb gehen wir gestärkt aus dem Wettbewerb heraus. An unserer Vision halten wir fest, und wir werden alles dafür tun, beim nächsten Mal ganz vorne mit dabei zu sein. Ich danke allen Beteiligten für ihr großes Engagement und ihren leidenschaftlichen Einsatz.“

Die Universität Stuttgart war erstmals antragsberechtigt für die Endrunde des Bund-Länder-Wettbewerbs um den Titel der Exzellenzuniversität. Wettbewerbsvoraussetzung waren zwei Exzellenzcluster, die die Universität Stuttgart im vergangenen Jahr erfolgreich einwerben konnte: Das Exzellenzcluster „Daten-integrierte Simulationswissenschaft“ (SimTech) sowie das Exzellenzcluster „Integratives computerbasiertes Planen und Bauen für die Architektur“ (IntCDC). Bei ursprünglich 195 Antragsskizzen und 57 genehmigten Projekten in der Förderlinie Exzellenzcluster haben es nur 19 Universitäten bzw. Universitätsverbünde in die Endrunde des Wettbewerbs um die Förderung als Exzellenzuniversität geschafft. Allein die Antragsberechtigung hat die Universität Stuttgart damit in den Kreis der besten Universitäten in Deutschland befördert.

Inhalte des Antrags und geplante Maßnahmen

In den Wettbewerb getreten ist die Universität Stuttgart mit einem mutigen und konkreten Thema, das zugleich die Vision der Universität ist: „Intelligente Systeme für eine zukunftsfähige Gesellschaft“. Mit dieser Vision hat sich die Universität Stuttgart zwei Ziele gesetzt: Zum einen will sie sich zu einer führenden Universität auf dem Themenfeld Intelligente Systeme entwickeln und zum zweiten Vorreiter sein für eine Universität, die sich selbst als Intelligentes System versteht und entsprechend agiert. Das Konzept basiert auf den besonderen Stärken der Universität Stuttgart: ihrem breiten Fächerspektrum, ihrer ausgeprägten interdisziplinären Teamarbeit, der Qualität der Forschung und dem hohen Kooperationspotenzial, das sich schon heute in zahlreichen Großprojekten mit wissenschaftlichen und industriellen Partnern in Europas führender Hightech-Region Stuttgart und weltweit zeigt.

Zu den thematischen Schwerpunkten gehören die forschungsstarken Profilbereiche Architektur und Adaptives Bauen, Digital Humanities, Produktionstechnologien, Quantenwissenschaft und Simulationswissenschaft. Hierauf aufbauend wurden dem Gutachtergremium insgesamt zehn vielseitige Maßnahmenpakete präsentiert, die alle strategisch wichtigen Bereiche der Universität abdecken. Unter anderem gehören dazu der schrittweise Ausbau der Potenzialbereiche „Autonomous Systems“ und „Biomedical Systems“. Auch die Reflexion Intelligenter Systeme (nicht nur aus wissenschaftlicher, sondern unter anderem auch aus ethischer Sicht) spielt eine große Rolle. Auf der organisatorischen Ebene will sich die Universität so weiterentwickeln, dass sie sich agil – dynamisch, effizient und transparent – auf verändernde Rahmenbedingungen und neue Herausforderungen einstellen kann. Einige Projekte konnten bereits angestoßen werden, so zum Beispiel das Förderprogramm „Terra Incognita“ für Pionierforschung in unbekannten Zukunftsbereichen und die School for Talents mit neuen Angeboten und Fördermöglichkeiten für begabte Studierende.

In den nächsten Wochen wird die Universität Stuttgart das Feedback der Expertenkommission genau analysieren, um weitere Entwicklungsmaßnahmen vornehmen zu können und sich für die nächste Antragsrunde zu positionieren. „Wir werden den Schwung nutzen und mit der im Kontext der Exzellenzcluster bereits eingeworbenen Universitätspauschale einige zukunftsweisende Projekte umsetzen, die wir auch im Rahmen unseres Antrags auf Exzellenzuniversität präsentiert haben“, so Ressel.

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Hans-Herwig  Geyer
Dr.

Hans-Herwig Geyer

Leitung Hoch­schul­kommu­ni­ka­tion und Presse­sprecher

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