KI im Studium nutzen

Wie nutze ich Künstliche Intelligenz (KI) verantwortungsvoll? Auf dieser Seite ist alles Wichtige zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz im Studium zusammengefasst: Alle verbindlichen Regeln der Universität Stuttgart, praktische Empfehlungen zu Tools, hilfreiche Lernangebote und Antworten auf häufige Fragen.

Die Nutzung von KI ist an der Universität Stuttgart innerhalb festgelegter Grundsätze erlaubt

1. KI-Nutzung ist erlaubt

Ich darf KI-Systeme an der Universität Stuttgart im Rahmen dieser Grundsätze nutzen. Mein Einsatz von KI soll meine persönliche Auseinandersetzung mit den Inhalten, mein eigenständiges Denken und die Entwicklung meiner wissenschaftlichen Kompetenzen unterstützen – nicht ersetzen.

2. Entscheidung über Prüfungsnutzung

Über das Ausmaß der erlaubten oder erwünschten Nutzung von KI-Systemen für Prüfungsleistungen entscheiden die jeweiligen Prüfenden. Im Zweifel frage ich bei den Prüfenden nach.

3. Verantwortung für den Input

Ich bin mir bewusst, dass ich die Verantwortung für alle Eingaben in ein KI-System trage. Ich gebe kein urheberrechtlich geschütztes Material (Text, Bild etc.) in KI-Systeme ein, die diese speichern oder zu Trainingszwecken verwenden. Ich gebe keine vertraulichen, internen oder personenbezogenen Daten in KI-Systeme ein, es sei denn, eine ausdrückliche Regelung der Universität erlaubt dies. 

4. Verantwortung für den Output

Ich trage die Verantwortung für die Verwendung des generierten Outputs. Ich bin mir bewusst, dass KI-Systeme falsche und diskriminierende Inhalte erzeugen und halluzinieren können. Ich prüfe den Output vor Verwendung sorgfältig auf Richtigkeit, mögliche Ähnlichkeiten mit bestehenden Werken (unbeabsichtigte Plagiate) sowie auf die Vereinbarkeit mit rechtlichen und ethischen Grundsätzen. 

5. Transparenz der KI-Nutzung & Fairness

In Absprache mit der prüfenden Person dokumentiere und kennzeichne ich klar und verständlich, wo, wie und welches KI-Systeme ich einsetze, um die Nachvollziehbarkeit sicherzustellen. Indem ich mich daran halte, sorge ich für faire Bedingungen im Studium.

6. Universitätsbetriebene KI-Systeme & Fair Use

Ich verwende bevorzugt die DSGVO-konformen KI-Systeme, die die Universität bereitstellt. Bei der Verwendung universitärer Systeme achte ich auf eine faire, ressourcenschonende Nutzung.

7. KI-Kompetenzen

Zur Entwicklung meiner KI-Kompetenzen kann ich die Schulungsangebote der Universität nutzen.

Das datenschutzkonforme KI-Tool der Universität

RAI (Responsible AI) ist das zentrale, datenschutzkonforme KI-Tool der Universität Stuttgart. Es bietet Funktionen wie Textgenerierung, Umformulierungen, Ideensammlungen, Analysen und Übersetzungen. Das Tool ist nur im Uni-Netz oder über VPN zugänglich und bietet zwei Modelloptionen.

Vorteile

  • Ihre Eingaben werden nicht für das Training zukünftiger Modelle verwendet
  • Verarbeitung nur auf EU-Servern
  • Keine Verknüpfung Ihrer Eingaben mit Ihrer Person
  • Geeignet auch für urheberrechtlich geschützte Inhalte

Modelloptionen

Hoher Datenschutz, geeignet für vertrauliche Inhalte, Speicherung nur zur kurzfristigen Verarbeitung bei der GWDG. Diese Modelle werden von der GWDG, einer wissenschaftlichen Einrichtung in Deutschland, betrieben und aus Bundesfördermitteln finanziert – für Sie kostenfrei nutzbar. Bitte beachten Sie: Aufgrund des nicht-kommerziellen Betriebs kann es gelegentlich zu etwas längeren Antwortzeiten kommen.

Leistungsstark, 30-Tage-Speicherung bei Azure. Diese Modelle laufen über Microsoft Azure in der EU. Die Universität bezahlt pro Nutzungseinheit (Token) – für Sie als Studierende ist die Nutzung kostenlos.

Verwenden Sie die GWDG-Modelle, wenn Ihre Eingaben sensible oder personenbezogene Informationen enthalten – z. B.:

  • Bewerbungen oder Empfehlungsschreiben
  • E-Mails mit persönlichen Daten
  • Inhalte aus Projekten, die Interviews, Umfragen oder Fallbeispiele beinhalten

Bitte beachten Sie den Fair Use-Gedanken: Verwenden Sie RAI verantwortungsbewusst – insbesondere bei Aufgaben, bei denen der KI-Einsatz wirklich sinnvoll ist. So helfen Sie mit, unnötige Kosten für die Universität zu vermeiden und Ressourcen nachhaltig zu nutzen.

Nutzung alternativer KI-Tools

Andere KI-Tools als RAI dürfen Sie nutzen, sofern dabei keine sensiblen, vertraulichen oder personenbezogenen Daten eingegeben werden. Zu ihrem eigenen Schutz deaktivieren Sie in diesen Tools bitte die Nutzung ihrer Eingaben als Trainingsdaten für zukünftige Modelle. Wie Sie eine datenschutzfreundliche Konfiguration von bspw. ChatGPT, Perplexity und Gemini einstellen können, erfahren Sie im folgenden Video-Tutorial. Die Nutzung der externen Tools erfolgt auf eigene Verantwortung. 

Datenschutzfreundliche Konfiguration von ChatGPT, Perplexity und Gemini

04:20

Lernangebote

Die Universität Stuttgart bietet freiwillige Lernangebote, um den verantwortungsvollen Umgang mit KI zu fördern.

Häufige Fragen (FAQ)

Das hängt von den Vorgaben Ihrer Lehrveranstaltung ab. Im Zweifel bei den Prüfenden nachfragen.

Die Pflicht und Form der Kennzeichnung variiert je nach Fachgebiet. Bitte erkundigen Sie sich nach der gewünschten Kennzeichnung bei ihren Lehrenden/Prüfenden.

Nutzen Sie bevorzugt RAI und beachten Sie die Grundsätze für Studierende. Andere KI-Tools dürfen Sie nutzen, sofern dabei keine sensiblen, vertraulichen oder personenbezogenen Daten eingegeben werden. Achten Sie bei externen Tools auf die Einstellungen und deaktivieren Sie nach Möglichkeit die Nutzung Ihrer Eingaben als Trainingsdaten.

Wenn Sie in einem frei verfügbaren KI-Tool (z. B. ChatGPT Free, Gemini, Perplexity, Grammarly Free) vertrauliche, interne oder personenbezogene Daten eingeben, riskieren Sie Folgendes:

  • Speicherung Ihrer Eingaben: Viele Anbieter speichern Texteingaben dauerhaft und können sie intern weiterverwenden.
  • Training der Modelle: Ihre Eingaben können genutzt werden, um das KI-Modell zu verbessern. Das bedeutet, dass Teile Ihrer Daten in ähnlicher Form später anderen Nutzer*innen angezeigt werden könnten. Ein Beispiel: Wenn Sie z. B. einen Absatz aus Ihrer noch unfertigen Bachelorarbeit über ChatGPT umformulieren lassen, kann dieser später in ähnlicher Form in anderen Antworten auftauchen – das wäre ein Risiko für Ihre wissenschaftliche Eigenleistung.
  • Verknüpfung mit Ihrem Konto: Wenn Sie angemeldet sind, können Anbieter Ihre Eingaben mit Ihrer E-Mail-Adresse, Ihrem Namen oder weiteren Profildaten verknüpfen.
  • Keine Kontrolle über Weitergabe: Bei Cloud-Tools, besonders außerhalb der EU, haben Sie keinen Einfluss darauf, wer Ihre Daten sehen oder verarbeiten kann.

Vorteile des zentral bereitgestellten KI-Tools RAI (Responsible AI) der Universität Stuttgart:

  • Hosting ausschließlich auf EU-Servern – wahlweise bei der GWDG (Deutschland) oder über Microsoft Azure EU-Region.
  • Keine Trainingsnutzung Ihrer Eingaben – weder die GWDG noch OpenAI über Azure verwendet Ihre Texte zum Trainieren der Modelle.
  • Keine personenbezogene Zuordnung durch externe Anbieter – Ihre Eingaben werden nicht mit Ihrer Identität verknüpft.
  • Geeignet für urheberrechtliche geschützte Inhalte – Sie können auch mit urheberrechtlich geschützten Inhalten arbeiten.

RAI ist datenschutzfreundlich konzipiert, so dass Sie dort auch nicht-öffentliche oder studienbezogene Inhalte eingeben können. Dazu gehören z. B.:

  • Gliederungen oder Textentwürfe für Ihre Hausarbeit, Projektarbeit oder Abschlussarbeit
  • Ausschnitte aus nicht veröffentlichten Lehrmaterialien (z. B. Foliensätze, Skripte)
  • wissenschaftliche Fragestellungen oder Ideen, die Sie noch nicht öffentlich teilen wollen
  • Inhalte mit urheberrechtlich geschützten Abschnitten (z. B. Textzitate zur Analyse)
  • persönliche Reflexionen oder Fallbeispiele aus Lehrveranstaltungen

Diese Arten von Inhalten sollten nicht in KI-Tools eingegeben werden, bei denen Sie sich nicht sicher sind, ob die Inhalte als Trainingsdaten für künftige Modelle genutzt werden. Dazu zählen viele frei verfügbare Tools wie ChatGPT Free, Gemini, Perplexity oder ähnliche Angebote.

Tipp: Nutzen Sie externe Tools wie ChatGPT nur für allgemeine, unkritische Fragen, z. B.:

  • „Was ist der Unterschied zwischen neuronalen Netzen und Entscheidungsbäumen?“
  • „Gib mir fünf Argumente für KI im Gesundheitswesen“
  • „Hilf mir, ein Thema für ein Seminarreferat zu finden“

Kontakt

Dieses Bild zeigt Lisa Schöllhammer

Lisa Schöllhammer

 

Referentin für KI

 

Technische Informations- und Kommunikationsdienste (TIK)

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