Mutterschutz und Studienflexibilisierung

Schwangere und stillende Studentinnen erfahren mehr über den Mutterschutz und Studierende mit Familienpflichten über Studienflexibilisierungsmöglichkeiten.

Mutterschutz

Schwangere und stillende Studentinnen benötigen besonderen Schutz. Wir möchten Sie daher informieren über:

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Hinweis: Ab Januar 2018 wird der Mutterschutz neu geregelt (Pressemitteilung des Familienministeriums). Das Dezernat Studium & Promotion wird rechtzeitig mögliche Auswirkungen für schwangere und stillende Studentinnen bekannt geben. Die vom neuen Mutterschutzgesetz betroffenen Regelungen an der Universität Stuttgart (z.B. Zulassungs- und Immatrikulationsordnung, Studien- und Prüfungsordnungen) werden sukzessive angepasst, jedoch gilt das höherrangige Mutterschutzgesetz stets vor den Regelungen der Universität, so dass Ihnen keine Nachteile entstehen. Bitte lassen Sie sich im Dezernat Studium & Promotion beraten.

Die Prüfungsordnungen enthalten Regelungen zum Mutterschutz, wie er bis 31.12.2017 gelten wird, bitte lesen Sie sich daher Ihre Prüfungsordnung sorgfältig durch.

Derzeit gilt in der Regel, dass werdende Mütter in den letzten sechs Wochen vor der Entbindung keine Prüfungen ablegen dürfen; es sei denn, dass sie sich zur Ablegung der Prüfung ausdrücklich bereit erklären. Die Erklärung ist schriftlich gegenüber dem bzw. der Prüfungsausschussvorsitzenden abzugeben und kann jederzeit widerrufen werden. Nach der Entbindung dürfen die Mütter bis zum Ablauf von acht Wochen keine Prüfungen ablegen. Für Mütter nach Früh- und Mehrlingsgeburten verlängert sich diese Frist auf zwölf Wochen, bei Frühgeburten zusätzlich um den Zeitraum der Mutterschutzfrist vor der Entbindung, der aufgrund der Frühgeburt nicht in Anspruch genommen werden konnte. Beim Tode des Kindes kann die Mutter auf ihr ausdrückliches Verlangen schon vor Ablauf dieser Fristen wieder Prüfungen ablegen, wenn nach ärztlichem Zeugnis nichts dagegen spricht. Sie kann die Erklärung jederzeit gegenüber der bzw. dem Prüfungsausschussvorsitzenden widerrufen.

Studierenden können sich auf Antrag aus wichtigem Grund beurlauben lassen. Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn Schutzzeiten nach dem Mutterschutzgesetz in Anspruch genommen werden. Neben den oben beschriebenen Schutzfristen vor und nach der Entbindung kann auch ein ärztlich bestätigtes Beschäftigungsverbot eine Schutzzeit darstellen.

Studentinnen, die wegen Mutterschutz beurlaubt sind, dürfen an Lehrveranstaltungen teilnehmen und uneingeschränkt Studien- und Prüfungsleistungen erbringen. Beurlaubungszeiten sollten in der Regel zwei Semester nicht überschreiten, jedoch werden die Schutzzeiten nach dem Mutterschutzgesetz nicht angerechnet.

Bitte stellen Sie formlos schriftlich einen Antrag beim Studiensekretariat und weisen den Beurlaubungsgrund (z.B. durch Ihren Mutterpass oder das ärztliche Zeugnis) unverzüglich, spätestens aber bis zum Ende des Beurlaubungssemesters nach.

Bitte beachten Sie die Informationen des Studiensekretariats zur Beurlaubung und informieren sich über mögliche Konsequenzen beim BafÖG, beim Kindergeld oder bei der Aufenthaltsgenehmigung bei den entsprechenden Beratungsstellen (Amt für Ausbildungsförderung, Sozialberatung des Studierendenwerks StuttgartAmt für öffentliche Ordnung, Ausländer- und Staatsangehörigkeitsrecht Stuttgart etc.).

Hinweis: Ab Januar 2018 wird der Mutterschutz neu geregelt (Pressemitteilung des Familienministeriums). Das Dezernat Studium & Promotion wird rechtzeitig mögliche Auswirkungen für schwangere und stillende Studentinnen bekannt geben. Die Gefährdungsbeurteilung hat im neuen Mutterschutzgesetz einen besonderen Stellenwert, bitte lassen Sie sich von der Stabsstelle Sicherheitswesen beraten.

Studentinnen sollten ihre Lehrenden über eine bestehende Schwangerschaft informieren, wenn sie beispielsweise bei Pflichtpraktika in einem Labor arbeiten und mit Gefahrstoffen umgehen müssen, damit die Studien- und Arbeitsbedingungen so gestaltet werden können, dass Mutter und Kind nicht gefährdet werden.

Sollte es hier zu Konflikten kommen, etwa wenn die Verzögerung des Studiums durch Nichtanerkennung eines Praktikums droht, wenden Sie sich bitte an die Gleichstellungsbeauftragte Ihrer Fakultät oder an das Gleichstellungsreferat der Universität.

Die Stabsstelle Sicherheitswesen gibt im Bereich Mutterschutz einen Hinweis für schwangere Studentinnen in Praktika.

Studienflexibilisierungen

Studierende mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen haben besondere Bedürfnisse. Deswegen sind als Nachteilsausgleich umfangreiche Regelungen zur Flexibilisierung des Studiums in den Prüfungsordnungen und in der Zulassungs- und Immatrikulationsordnung der Universität Stuttgart vorgesehen. In der Regel gilt als Voraussetzung: Die Studentin oder der Student

  • sorgt für ein Kind unter acht Jahren, das im gleichen Haushalt lebt und von der Studentin bzw. dem Student überwiegend allein versorgt wird, oder
  • pflegt eine/n nahe/n und pflegebedürftige/n Angehörige/n im Sinne des Pflegezeitgesetzes.

Bitte informieren Sie sich über Ihre eigene Prüfungsordnung, da diese unabhängig von der folgenden, unverbindlichen Übersicht maßgeblich ist:

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Es besteht die Möglichkeit, wegen besonderen familiären Umständen einen Sonderantrag zur Zulassung ins 1. Fachsemester fristgerecht zusammen mit dem Zulassungsantrag zu stellen bzw. im Bewerbungsportal hochzuladen. Es wird zwischen einem Härtefallantrag für eine gesonderte Zulassung und einem Antrag auf Nachteilsausgleich zur Verbesserung der Wartezeit unterschieden. Bitte beachten Sie die Detailinformationen auf Seite 2 des Formulars.

Weitere Informationen und Beispiele für einen Sonderantrag finden Sie bei der Stiftung für Hochschulzulassung.

Bitte lesen Sie sich alle Informationen zur Bewerbung ins 1. Fachsemester gründlich durch und lassen Sie sich im Studiensekretariat beraten.

Studierenden können sich auf Antrag aus wichtigem Grund beurlauben lassen. Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn Schutzzeiten nach dem Mutterschutzgesetz, Elternzeit, Erziehungszeit oder Pflegezeit in Anspruch genommen werden.

Im Falle von Mutterschutz gelten als Schutzzeiten die oben unter "Mutterschutz" beschriebenen Schutzfristen vor und nach der Entbindung sowie die ärztlich bestätigten Beschäftigungsverbote (§3 (1), §6 (1) MuSchG).

Anspruch auf Elternzeit haben unter anderem Studierende, wenn sie ihr Kind unter 3 Jahren betreuen oder überwiegend selbst versorgen, das im selben Haushalt lebt und für das die Personenfürsorge zusteht (§15 (1)-(3) BEEG). Wurden diese 6 Semester Elternzeit nicht vollständig in Anspruch genommen, können die übrigen Semester auch noch bis zum vollendeten 8. Lebensjahr des Kindes genommen werden, wobei zwischen dem 3. und 8. Lebensjahr maximal 4 der zuvor nicht genommenen Semester möglich sind.

Studierende, die einen nahen, pflegebedürftigen Angehörigen in einer häuslichen Umgebung pflegen, können sich wegen Pflegezeit beurlauben lassen (es gelten die Regelungen in §7 (3) PflegeZG, die Zulassungs- und Immatrikulationsordnung der Universität wird derzeit entsprechend angepasst). Bitte wenden Sie sich für nähere Informationen an das Studiensekretariat und die Pflegelotsinnen.

Studierende, die wegen Mutterschutz, Elternzeit oder Pflegezeit beurlaubt sind, dürfen an Lehrveranstaltungen teilnehmen und uneingeschränkt Studien- und Prüfungsleistungen erbringen. Beurlaubungszeiten sollten in der Regel zwei Semester nicht überschreiten, jedoch werden die Schutzzeiten nach dem Mutterschutzgesetz, die Elternzeit und Zeiten für die Pflege von Angehörigen nicht angerechnet.

Ein wichtiger Grund liegt auch vor, wenn Studierende ein Kind unter fünf Jahren betreuen oder überwiegend selbst versorgen, das im selben Haushalt lebt und für das die Personenfürsorge zusteht (Erziehungszeit).

Studierende, die wegen der Betreuung Ihres Kindes (Erziehungszeit) beurlaubt sind, dürfen Prüfungen ablegen, sofern es sich nicht um lehrveranstaltungsbegleitende Prüfungen handelt. Einzelne Prüfungen können hiervon abweichende Regelungen enthalten, bitte beachten Sie daher die für Sie geltende Prüfungsordnung.

Bitte stellen Sie formlos schriftlich einen Antrag beim Studiensekretariat und weisen den Beurlaubungsgrund (z.B. durch Ihren Mutterpass, eine Geburtsurkunde, ein ärztliches Zeugnis, eine Bescheinigung der Pflegekasse oder des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung) unverzüglich, spätestens aber bis zum Ende des Beurlaubungssemesters nach.

Bitte beachten Sie die Informationen des Studiensekretariats zur Beurlaubung und informieren sich über mögliche Konsequenzen beim BafÖG, beim Kindergeld oder bei der Aufenthaltsgenehmigung bei den entsprechenden Beratungsstellen (Amt für Ausbildungsförderung, Sozialberatung des Studierendenwerks StuttgartAmt für öffentliche Ordnung, Ausländer- und Staatsangehörigkeitsrecht Stuttgart etc.).

Studierende mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen haben die Möglichkeit, von Prüfungen zurückzutreten, wenn das Kind oder die Betreuungsperson krank wird.

Über die Genehmigung des Rücktritts entscheidet die oder der Prüfungsausschussvorsitzende auf Antrag der oder des Studierenden. Es sind entsprechende Nachweise vorzulegen (z.B. ärztliches Attest).

Studierende mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen haben die Möglichkeit, die Frist zur Ablegung der Orientierungsprüfung oder der Wiederholungsprüfungen um bis zu 2 Semester zu verlängern.

Über die Fristverlängerung entscheidet die oder der Prüfungsausschussvorsitzende auf Antrag der oder des Studierenden.

Die Möglichkeiten der Verlängerung der Bearbeitungszeit von Abschlussarbeiten (Bachelor-/Masterarbeit) sind in den jeweiligen Prüfungsordnungen geregelt.

Einzelne Prüfungsordnungen (i.d.R. ab 2015) sehen für Studierende mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen die Möglichkeit vor, die Bearbeitungszeit über die reguläre Verlängerungsmöglichkeit noch weiter zu verlängern, wobei es sich um zu begründete Ausnahmen handelt und eine maximale Verlängerungsfrist vorgesehen ist.

Über die Fristverlängerung entscheidet die oder der Prüfungsausschussvorsitzende auf Antrag der oder des Studierenden.

Studierende mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen haben bei Studiengängen mit fester Studiendauer die Möglichkeit, die Studienhöchstdauer über die maximale Fachsemesterzahl hinaus zu verlängern. Die Studienhöchstdauer kann um maximal 6 Semester verlängert werden. Bei Betreuung eines Kindes werden bis zu 6 Semester pro Kind gewährt.

Über die Fristverlängerung entscheidet die oder der Prüfungsausschussvorsitzende auf Antrag der oder des Studierenden.

Externe Publikationen zu Familienthemen

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Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

Bundesverband der alleinerziehenden Mütter und Väter e.V.: alleinerziehend - Tipps und Informationen

Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg: Schwanger: ja – Alkohol: nein

Hinweis: Im Frühjahr 2017 ist eine Novelle des Mutterschutzgesetzes geplant, danach werden voraussichtlich auch einige Broschüren aktualisiert.

Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg:

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg: Glühwürmchen, Eisbär und Co. - Umweltthemen für Vorschulkinder

Zur Verkehrserziehung und -aufklärung informiert das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg.

Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg:

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Wo Menschen aller Generationen sich begegnen - Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II

Zu den verschiedenen Schulformen informiert das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg.

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Dipl. oec.

Inken de Wit

Leiterin Service Uni & Familie