Portraitbild von Alexander Kissel und Dominik Reichert Alexander Kissel (re.) mit Dominik Reichert

3. Dezember 2020

Studenten entwickeln im Corona-Lockdown eine Onlineshop-Plattform

Schuhe, Bücher oder Kochtöpfe: Der Student Alexander Kissel von der Universität Stuttgart entwickelt mit einem Partner einen regionalen Online-Marktplatz. Dabei hilft ihm auch sein Maschinenbaustudium.
[Bild: Alexander Kissel]

Alexander Kissel schreibt Finanzpläne, überzeugt Händlerinnen und Händler und managet die Gewerbeanmeldung. Gerade läuft das Startup an, das er mit einem Partner, Dominik Reichert, gegründet hat. Vor einem halben Jahr, während des Lockdowns, wurde das Studium der beiden Studenten eingeschränkt. Doch sie haben die Situation als Chance genutzt, um ihre Idee eines regionalen Online-Marktplatzes für Stuttgart umzusetzen.

„Die Idee zu dem Online-Marktplatz hatte ich schon länger“, erzählt Kissel. „Aber am Anfang wusste ich nicht, ob ich es schaffe, die Online-Plattform zu programmieren.“ Während des Corona-Lockdowns im Frühjahr beendete der Maschinenbaustudent seinen Bachelor und startete mit dem Master. Da viele Lehrveranstaltungen digital stattfanden, hatte er mehr Zeit und konnte das Programmieren der Plattform ausprobieren. Dabei konnte der 23-jährige das Gelernte aus seinem Studium anwenden: „Ich habe als Maschinenbauer ein bisschen Informatik gelernt. Außerdem hat mir das Studium bei der Herangehensweise geholfen. Ich habe gelernt, wie eine Produktentwicklung stattfindet: von der Idee bis zum Ende. Und das habe ich für die Webseite übernommen.“

Online-Marktplatz als Chance für Händlerinnen und Händler

Der erste Corona-Lockdown hat gezeigt, welche Probleme der lokale Einzelhandel hat, wenn die Geschäfte schließen müssen und ein Verkauf nur online möglich ist. Gleichzeitig ist es eine Hürde für kleinere Einzelhändler, Onlineshops aufzusetzen, zu betreiben und zu warten: „Um einen Onlineshop zu erstellen, muss man einen Dienstleister beauftragen. Dazu braucht man Geld und Wissen“, meint Kissel. Hier setzt die Idee der beiden Studenten an: Sie wollen Händlerinnen und Händlern während Corona-Zeit helfen. „Wir möchten vor allem die Hürde herabsetzen, einen eigenen Onlineshop zu erstellen.“ Deshalb wollen er und Reichert dem Einzelhandel eine fertige Shop-Lösung zur Verfügung stellen, mit der sie ihre Produkte im Internet verkaufen können.

„Unser Ziel ist es, mit der Plattform einen zentralen Online-Marktplatz mit Bezug zur Region Stuttgart zu erstellen“, erklärt Kissel. Ein Vorteil für Händlerinnen und Händler sei, dass sie technische Unterstützung bekommen. „Außerdem bietet eine Plattform mit vielen Teilnehmenden eine höhere Frequentierung. Man erreicht die Menschen einfacher, als wenn jeder Schuhladen und jedes Schreibwarengeschäft seinen eigenen Onlineshop hat“, sagt der Student. Außerdem nennt er auch Vorteile für die Kundinnen und Kunden: „Wir bieten Ihnen eine zentrale Anlaufstelle, um sich über den Einzelhandel und Produkte in ihrer Nähe zu informieren. Sie können gezielt nach Geschäften in der Umgebung oder einzelnen Produkten suchen.“

Studenten meistern Schwierigkeiten gemeinsam

Das Onlineshop-Projekt neben dem Studium zu erarbeiten, ist schwierig. Kissel erzählt, dass das Programm teilweise nicht so funktioniert habe, wie er es sich vorgestellt hatte. Eine Schwierigkeit sei zum Beispiel gewesen, dass viele Programme, die auf der Webseite für die Funktionen implementiert sind, nur auf Englisch zur Verfügung standen. Deshalb mussten die Gründer zuerst alles übersetzen, bevor sie richtig anfangen konnten. „Es ist gut, dass ich das Projekt nicht allein mache“, sagt Kissel. „Bei der Arbeit wechsle ich mich mit Dominik Reichert ab, der Wirtschaftsingenieurwesen in Karlsruhe studiert. So kommt unser Studium nicht zu kurz.“

Aktuell sind Kissel und Reichert dabei, den Einzelhandel auf ihr Projekt aufmerksam zu machen. Die Onlineshop-Plattform ist technisch einsatzbereit und seit Ende November online. Jetzt schreiben die Studenten Händlerinnen, Händler und Handelsvereine an. Sie möchten auf ihr Unternehmen aufmerksam machen und suchen nach Unterstützung und Kooperationen für ihre Idee.

Alexander Kissel (re.) mit Dominik Reichert Alexander Kissel
Alexander Kissel (re.) mit Dominik Reichert
[Bild: Alexander Kissel]
Screenshot des Online-Marktplatzes
Screenshot des Online-Marktplatzes
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